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Blog.

Beeindruckende Kunstinstallation mit Waldlandschaften


  • von links: Programmierer Daan Lockhorst, Künstler Andreas Greiner, Künstlerischer Mitarbeiter Joaquin Margulis (Foto: phaeno)
  • Kunstinstallation "Abschied (Wolfsburg Edition)" mit beeindruckenden Waldlandschaften. (Foto: phaeno)
  • Andreas Greiner beim Installieren seines Kunstwerkes. (Foto: phaeno)
  • KI oder echt? Dies müssen Sie als Betrachter selbst entscheiden. (Foto: phaeno)

Als ich vor der Installation „Abschied 2020 (Wolfsburg Edition)“ von Andreas Greiner stehe, ziehen mich die Waldbilder sofort in ihren Bann.
Doch nach einigen Augenblicken werde ich stutzig. Das kann doch gar nicht sein! Wächst so ein Wald, gibt es das? Und genau dieses Nachdenken wollte Greiner auch mit seiner Installation bewirken. Greiner lief viele Stunden - von Sonnenaufgang bis Sonnenuntergang - durch den Harz sowie die Stadtforste Goslar und Wolfsburg, und produzierte dabei Unmengen von Fotografien von Bäumen und Wäldern. Diese Fotografien setzt nun eine Künstliche Intelligenz – programmiert von  Daan Lockhorst -  in eine ganz neue Landschaft um. Manchmal sieht es dann aus wie eine echte Landschaft und manchmal interpretiert die KI es auch ganz anders. Es sieht dann unwirklich aus.

Greiner und ich diskutieren, was diese neue Landschaft ist. Die Diskussion führt uns sofort zu  Gedanken über den Klimaschutz bis hin zu spirituellen Gedanken. Wie kann man Realität und KI unterscheiden? Oder werden diese Bilder irgendwann einmal das Einzige sein, was wir haben, wenn es keinen Wald mehr gibt?

  • Diese Zitterpappel ergänzt als lebende Baumskulptur die Installation "Abschied". (Foto: phaeno)
  • Der Baum regt zusammen mit der Installation zum Nachdenken an. (Foto: phaeno)
  • Nach der Phaenomenale wird der Baum im Wolfsburger Skulpturenpark eingepflanzt. (Foto: phaeno)

Die Pappel als Teil von diesem Kunstwerk bringt uns wieder zur realen Natur zurück. Und die ist Andreas Greiner ebenso wichtig. Seit längerer Zeit sind seine Kunstinstallationen mit Lebewesen wie der Pappel verbunden. Dazu noch mit Aktionen, um auf Bäume aufmerksam zu machen. „Bäume sind mit uns verbunden. Wir stehen mit in ihnen in einem Atemkreiselauf“, betont Greiner. Wie er mir den Ablauf der Fotosynthese beschreibt, klingt ganz anders als die Beschreibung aus einem Lexikon. Es klingt nach mehr als nur Kohlendioxid und Sauerstoff. Dieses „mehr“ versucht er in seinen Kunstinstallationen zu zeigen, um zum Nachdenken anzuregen über Wald und Bäume als Lebewesen.

Ganz bewusst wird diese Kunst auch mit Lebewesen wie der Pappel verbunden. Die Pappel in der phaeno Conehall wurde gerettet und darf weiterleben - und so sein, wie echte Lebewesen eben so sind. Auch mal krumm und schief, ein paar Blätter abgestorben von der Dürre. "Nicht unbedingt geeignet für unsere Welt, die auf „Gewinn“ aus ist", erklärt mir Andreas Greiner. Dieser Kontroverse zwischen widersprüchlichen Ansprüchen an die Welt ist sich Greiner auch sehr bewusst. Er weiß beispielsweise, dass seine digitale Kunst und vor allem die Berechnungen der KI auch sehr viel Energie verbraucht und dass man den Zwängen einer Welt nicht immer entkommen kann. Doch auf diese Zwänge will er aufmerksam machen und einen anderen Blick auf den Wald ermöglichen.

 

Die Installation entstand in Kooperation mit der Städtischen Galerie Wolfsburg.

 

Weitere Informationen zur Phaenomenale 2020 finden Sie hier.