Roboter auf der Baustelle – Wie 3D-Druck das Bauen verändern kann.

Science Talk mit 

Prof. Dr. Inka Mai,
Technische Universität Berlin | Institut für Bauingenierwesen

 

Wie bauen wir in Zukunft?

Der Klimawandel, steigender Ressourcenverbrauch und wachsender Wohnraumbedarf stellen das Bauwesen weltweit vor große Herausforderungen. Gebäude müssen künftig nicht nur schneller und effizienter entstehen, sondern gleichzeitig nachhaltiger werden und weniger Materialien verbrauchen.

Gleichzeitig steht die Bauindustrie vor strukturellen Problemen. Viele Bauprozesse sind noch stark handwerklich geprägt und erfordern viel Personal, während Fachkräfte in vielen Bereichen fehlen. Hinzu kommen steigende Anforderungen an Energieeffizienz, Materialeinsatz und Emissionsreduktion.

Im Science Talk am 28. Mai 2026 im phaeno Wolfsburg gibt Prof. Dr. Inka Mai von der Technischen Universität Berlin Einblicke, wie neue Technologien das Bauwesen verändern und welche Rolle digitale Fertigung künftig auf Baustellen spielen kann.

3D-gedrucktes Treppengeländer in hellgrau mit deutlichen Lagen aus Betonmasse

Digitale Fertigung im Bauwesen

Eine mögliche Antwort auf diese Herausforderungen liegt in der digitalen Fertigung. Verfahren wie der 3D-Druck ermöglichen es, Bauteile automatisiert und präzise direkt aus digitalen Bauplänen herzustellen.

Dabei tragen Roboter Materialien wie Beton Schicht für Schicht auf und bauen so Bauteile oder ganze Strukturen auf. Häufig sind dafür keine klassischen Schalungen oder Formen mehr nötig. Das kann Material sparen und neue architektonische Möglichkeiten eröffnen.

Die sogenannte additive Fertigung verbindet automatisierte Produktion mit individueller Gestaltung. Bauteile lassen sich gezielt an ihre Funktion anpassen und komplexe Formen realisieren, die mit traditionellen Bauverfahren nur schwer umsetzbar wären.

Doch welche Technologien existieren bereits? Welche Materialien eignen sich für den 3D-Druck im Bauwesen? Und welche Rolle könnten Robotik und digitale Fertigung künftig auf Baustellen spielen?

Ingenierin im weißen Laborkittel arbeitet mit einer Maschine zum Anrühren von Baumasse.

Beim Science Talk gibt Prof. Mai Einblicke in aktuelle Forschung zur digitalen Fertigung im Bauwesen. Sie zeigt, wie Robotik und 3D-Druck bereits heute in der Baupraxis erprobt werden und welche Möglichkeiten diese Technologien für effizienteres und ressourcenschonenderes Bauen eröffnen könnten.

Der Vortrag verbindet aktuelle Forschung mit verständlichen Einblicken in technologische Entwicklungen und lädt dazu ein, Fragen aus dem Publikum einzubringen. So entsteht ein Austausch darüber, wie sich Baustellen und Bauprozesse in Zukunft verändern könnten.

Der Science Talk ist eine Kooperation mit Volkswagen Group und wird hybrid in Präsenz und als YouTube-Livestream angeboten, um sie auch einem breiteren interessierten Publikum außerhalb der Region zugänglich zu machen.

  • Donnerstag, 28. Mai 2026

  • um 18:30 Uhr, Einlass 18:15 Uhr

  • im phaeno Wissenschaftstheater 

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Prof. Dr. Inka Mai

Inka Mai ist Juniorprofessorin und Leiterin des Fachgebiets Robotergestützte Fertigung der gebauten Umwelt am Institut für Bauingenieurwesen der Technischen Universität Berlin. 

Sie studierte Wirtschaftsingenieurwesen und Bauingenieurwesen an der Technischen Universität Braunschweig, an der Chalmers Tekniska Högskola in Schweden und an der University of Rhode Island in den USA, wo sie auch promovierte.

Ihr Schwerpunkt liegt auf robotergestützter additiver Fertigung mit Beton und alternativen Materialien wie Lehm, wobei sie digitale Technologien und Robotik nutzt, um Bauprozesse effizienter, nachhaltiger und ressourcenschonender zu gestalten. 

Für ihre Forschung wurde Prof. Mai 2025 mit dem Nachwuchspreis des Berliner Wissenschaftspreises ausgezeichnet. Sie entwickelte unter anderem das Injection-3D-Printing für filigrane Bauteile sowie das Large-Particle-3D-Printing, das Materialverbrauch und CO₂-Ausstoß deutlich reduziert.

Blonde Frau mit Brille im schwarzen Jacket und Bluse steht in einem Werkraum einer Forschungseinrichtung. Der Hintergrund ist unscharf und man erkennt Schwerlastregale und Maschinen. Die Frau lächelt frontal in die Kamera.