Smalltalk mit Folgen - Die Kommunikation zwischen Virus und Zelle

science talk mit

Prof. Dr. Christian Sieben
Nanoscale Infection Biology, HZI Braunschweig
Helmholtz-Nachwuchsgruppenleiter und Juniorprofessor an der TU Braunschweig

Die Kommunikation zwischen Virus und Zelle.

Viren brauchen lebende Zellen, um sich vermehren zu können. Dafür müssen sie zuerst in die Zellen eindringen – und das gelingt ihnen, indem sie an bestimmte Proteine auf der Zelloberfläche binden, sogenannte Rezeptoren. Doch dieser erste Kontakt bleibt nicht ohne Folgen: Er löst in der Zelle eine Art Antwort aus, die den weiteren Verlauf der Infektion beeinflussen kann. In dem Vortrag gibt uns Dr. Sieben einen Blick hinter die Kulissen dieses „Smalltalks“ zwischen Virus und Zelle: Was passiert beim ersten Kontakt? Wie verändert sich die Zelle dadurch? Und welche Folgen hat das für den Krankheitsverlauf? Ziel ist es, besser zu verstehen, wie Viren unsere Zellen austricksen – und wie man sie vielleicht daran hindern kann.

Mann im Labor

Dieser Vortrag bietet verständliche Einblicke, praxisnahe Beispiele und eine interaktive Diskussion über Technologien, die unsere Zukunft maßgeblich prägen wird. 

Der science talk ist eine Kooperation mit Volkswagen Group und wird hybrid in Präsenz und als Youtube-Livestream angeboten, um sie auch einem breiteren interessierten Publikum außerhalb der Region zugänglich zu machen.

  • Donnerstag, den 18. September 2025

  • um 18:30 Uhr, Einlass 18:15 Uhr

  • im phaeno Wissenschaftstheater 

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Prof. Dr. Christian Sieben.

Prof. Dr. Christian Sieben studierte Biologie an der TU Darmstadt mit den Schwerpunkten Physiologie und Zellbiologie. Seine Promotion absolvierte er an der Humboldt-Universität zu Berlin, wo er mit Hilfe moderner Mikroskopietechniken die Einzelzell-Infektion durch respiratorische Viren untersuchte. Im Anschluss forschte er als Postdoktorand an der EPFL in Lausanne und entwickelte dort hochauflösende Mikroskopieverfahren zur Visualisierung von Virus-Wirt-Interaktionen auf Einzelprotein-Ebene. Im Jahr 2020 gründete er die unabhängige Forschungsgruppe Nanoscale Infection Biology (NIBI) am Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig. Die Arbeitsgruppe nutzt Lebendzellmikroskopie und superauflösende Mikroskopie, um den viralen Zelleintritt, intrazellulären Transport und die Umgestaltung von Organellen während einer Infektion sichtbar zu machen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Einsatz geneditierter humaner Zelllinien zur präzisen Untersuchung von Virus-Wirt-Dynamiken. Die interdisziplinäre Forschung der Arbeitsgruppe zeigt auf, wie respiratorische Viren zelluläre Nanostrukturen ihrer Wirtszellen ausnutzen. Dabei verbindet sie Virologie, Zellbiologie und quantitative Biophysik mit dem Ziel, neue Angriffspunkte für antivirale Therapien zu identifizieren.

Portrait von Dr. Sieben vom Helmholtz Institut Braunschweig