Vortragsreihe 2026.

Künstliche Intelligenz.

Künstliche Intelligenz verändert in einem historisch beispiellosen Tempo nahezu alle Bereiche des menschlichen Lebens — von der medizinischen Diagnostik über die Informationsverarbeitung bis hin zu grundlegenden ethischen Fragen über Autonomie, Verantwortung und die Zukunft menschlicher Entscheidungsfindung.

Chancen, Grenzen & Verantwortung.

Vier Abende, vier Perspektiven: Was bedeutet KI für unsere Gesellschaft, unsere Gesundheit, unseren Alltag — und welche Infrastruktur trägt das alles? Die gemeinsame Vortragsreihe der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft (BWG) und der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (NAWG) bringt führende Wissenschaftler:innen ins phaeno — für kluge Einblicke, offene Fragen und echten Dialog.

Terminübersicht

Für die gemeinsame Vortragsreihe der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft (BWG) und der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen (NAWG) konnten vier namhafte Vortragende gewonnen werden, die sich intensiv mit diesen Themen in Forschung und Wissenschaft befassen. 

  • 3. September 2026: ETHISCHE BETRACHTUNGEN mit Prof. Catrin Misselhorn (Niedersächsische Akademie)
  • 10. September 2026: KI IN DER TÄGLICHEN INFORMATIONSBESCHAFFUNG mit Dr. Esther Greussing (Junge BWG)
  • 17. September 2026: KI IN DER MEDIZIN mit Prof. Michael Maschollek (BWG)
  • 1. Oktober 2026: NOTWENDIGE INFRASTRUKTUR UND ZUKÜNFTIGE ENTWICKLUNGEN  mit Prof. Julian Kunkel (Universität Göttingen)
Seid dabei: 
  • 18:30 Uhr | Einlass um 18:15 Uhr
  • im phaeno Wissenschaftstheater
  • der Eintritt zu den Vorträgen ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich!

Ethische Betrachtungen

3. September 2026 | 18:30 Uhr

Ich bin Dein Partner! Freundschaft, Liebe und Sex mit Robotern

Mehr und mehr dringt die Künstliche Intelligenz in Bereiche vor, die bislang dem Menschen vorbehalten zu sein schienen. Zwar übertraf die KI Menschen immer wieder spektakulär in bestimmten kognitiven Leistungen, menschliche Kernkompetenzen wie Emotionen und Empathie blieben jedoch lange Zeit außen vor. Mittlerweile verhält es sich jedoch geradezu anders herum.

Chatbots werden Studien zufolge ganz besonders gern in Lebensfragen und emotional turbulenten Situationen herangezogen, künstliche Akteure sollen Einsamkeit und soziale Isolation lindern und Roboter sogar als Liebhaber und Sexgefährten dienen. Statt teurer Psychotherapien kann man ebenfalls „die KI“ konsultieren. Damit scheinen auch die letzten Bastionen der Menschlichkeit der Automatisierung anheim zu fallen. Kann das wirklich sein? Und soll es sein?

Prof. Dr. Catrin Misselhorn, Universität Göttingen
Catrin Misselhorn ist seit 2019 Philosophieprofessorin an der Georg-August-Universität Göttingen. Zuvor hatte sie den Lehrstuhl für Wissenschaftstheorie und Technikphilosophie an der Universität Stuttgart inne. 2024 wurde sie zum ordentlichen Mitglied der Niedersächsischen Akademie der Wissenschaften zu Göttingen gewählt. Ihre Forschungsgebiete sind philosophische Probleme der KI, Roboter- und Maschinenethik.

Recherchetool KI

10. September 2026 | 18:30 Uhr

KI in der täglichen Informationsbeschaffung

Generative KI kann grundlegend verändern, wie Menschen Informationen suchen und sich mit Wissensbeständen auseinandersetzen. Statt klassische Suchmaschinen zu nutzen, wenden sich immer mehr Menschen an Chatbots wie ChatGPT oder Gemini, um sich komplexe Themen erklären zu lassen oder Entscheidungen im Alltag vorzubereiten. Dadurch verändert sich nicht nur die Informationssuche selbst, sondern auch die Art und Weise, wie Wissen im Alltag zugänglich wird.

Welche Erkenntnisse hat die aktuelle Forschung zur Nutzung generativer KI im Alltag? Wer nutzt KI-Systeme zur Information und in welcher Weise? Welche Chancen entstehen dadurch für den Zugang zu Wissen? Und welche neuen Ungleichheiten zeichnen sich ab – etwa beim Zugang zu KI, bei den nötigen Kompetenzen oder in der Fähigkeit, KI-Systeme effektiv zu nutzen?

Dr. Esther Greussing, Technische Universität Braunschweig
Esther Greussing ist Postdoktorandin am Institut für Kommunikationswissenschaft der TU Braunschweig. Sie promovierte 2020 an der Universität Wien. In ihrer Forschung untersucht sie unter anderem, wie generative KI als Informationsintermediär genutzt und wahrgenommen wird. Sie ist Mitglied der Jungen Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft (JBWG).

 

 

 

Medizin

17. September 2026 | 18:30 Uhr

Künstliche Intelligenz in der Medizin: Was geht und was nicht?

Künstliche Intelligenz verändert unsere Arbeitswelt und auch unser Privatleben. Ein besonders großes Potenzial wird der Anwendung von Methoden der KI in der Medizin zugeschrieben. Der Einsatz wirft vielfältige technische und ethische Fragen auf. Wie weit ist die Forschung zum Thema KI in der Medizin? Welche Forschungsarbeiten laufen aktuell am CAIMed, dem niedersächsischen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und kausale Methoden in der Medizin? Welche innovativen Methoden für eine verbesserte, personalisierte Gesundheitsversorgung werden gerade entwickelt, und was können sie zur Bewältigung von Volkskrankheiten wie Krebs, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Infektionen beitragen?

Und nicht zuletzt: Wie wird die KI in Kliniken und in Arztpraxen schon praktisch angewandt, und wo bleibt der Mensch unersetzlich?

Prof. Dr. Michael Marschollek, Medizinische Hochschule Hannover
Michael Marschollek ist Professor für Medizinische Informatik an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Er ist Mitglied des Direktoriums des CAIMed, Ko-Koordinator des HIGHmed-Verbundes in der BMBF-geförderten Medizininformatik-Initiative und Programmverantwortlicher für den Masterstudiengang Biomedizinische Datenwissenschaft an der MHH. Er ist Mitglied der Braunschweigischen Wissenschaftlichen Gesellschaft.

 

KI im Diskurs

1. Oktober 2026 | 18:30 Uhr

KI-Infrastruktur: Was ist technologisch, politisch und gesellschaftlich zu tun?

Wie gestaltet sich der Übergang in das von Kl-geprägte Zeitalter des „Noimozän"? Und welche Dienste bietet dabei das nationale KI-Servicezentrum KISSKI, das den Zugang zur KI in Deutschland ermöglicht? Bei der Bereit-stellung von KI stehen wir nicht nur technologisch vor Herausforderungen. Politik und Gesellschaft in Deutschland sind ebenfalls gefordert, wenn es um den Erhalt digitaler Souveränität und unserer Leistungsfähigkeit geht.
Neben den neuen Möglichkeiten durch die KI, sollten die Konsumenten die Risiken nicht passiv hinnehmen. Eine sichere und gerechte Zukunft ist nur durch die aktive Beteiligung und Mitentwicklung der KI-Ökosysteme zu gewährleisten. Wie können wir diese gesellschaftlichen Herausforderungen meistern, um die Gestaltungshoheit über unsere Zukunft zu bewahren?
 

Prof. Dr. Julian Kunkel, Universität Göttingen
Julian Kunkel ist Professor für Informatik an der Universität Göttingen und Studiendekan seiner Fakultät. An der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung Göttingen verantwortet er als stellvertretender Leiter die Bereiche Hochleistungsrechnen und KI. Als Koordinator des nationalen KI-Servicezentrums KISSKI ermöglicht er den deutschlandweiten Zugang zu Künstlicher Intelligenz.
 

 

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