Interview mit dem Seifenblasenkünstler Frédéric Garrec
Fred, wie bist du auf die Idee gekommen, Seifenblasen zum zentralen Medium deiner Kunst zu machen?
Ich bin vor einigen Jahren im Internet zufällig auf die Welt der „Bubble Art“ gestoßen, und es war Liebe auf den ersten Blick. In den sozialen Medien entdeckte ich sehr talentierte Künstlerinnen und Künstler, die Seifenblasen-Shows aufführten. Also begann ich, mir diese Kunst autodidaktisch anzueignen und in meinem Badezimmer zu experimentieren. Die Beschäftigung mit Seifenblasen und Schaum hat einen ganz besonderen Reiz und macht unglaublich viel Spaß. Deshalb beschloss ich zunächst, dies zu meinem Beruf zu machen und selbst solche Shows zu präsentieren. Gleichzeitig begann ich, mich auch für die künstlerischen Möglichkeiten von Seifenblasen zu interessieren.
Erinnerst du dich an den Moment, als dir das künstlerische Potenzial von Seifenblasen bewusst wurde?
Meine Nachforschungen konzentrierten sich bald auf die Frage, wie man eine Seifenblase konservieren könnte. So entstand die Idee, ein entsprechendes Verfahren zu entwickeln. Als ich die ersten vielversprechenden Ergebnisse erzielte, bemerkte ich, dass ich oft lange vor einer einzigen konservierten Seifenblase stehen blieb. Es fühlte sich ähnlich an, wie wenn man voller Bewunderung Zeit vor einem Gemälde, einer Skulptur oder einer Fotografie verbringt. In diesem Moment wurde mir bewusst, welches künstlerische Potenzial in einer einfachen Seifenblase steckt.

Was fasziniert dich persönlich am meisten: die Ästhetik der Seifenblasen oder die wissenschaftlichen Phänomene, die ihnen zugrunde liegen?
Der wissenschaftliche Aspekt ist für mich zwar ein wunderbares Hilfsmittel, bleibt aber vor allem ein Vorwand – ein Werkzeug, um die Ästhetik der Seifenblase hervorzuheben. Ich kümmere mich um die technische Seite der Seifenblasenkunst, doch die Seifenblase selbst erledigt den Rest. Sie ist allein durch ihre Existenz ein Kunstwerk, und dafür empfinde ich große Bewunderung.
Der Titel „STILL BUBBLE“ wirkt fast paradox, da Seifenblasen für gewöhnlich platzen und so Vergänglichkeit symbolisieren. Warum hast du diesen Titel gewählt?
Genau das ist die Absicht. Ich wollte für diese Ausstellung einen einfachen, aber zugleich eindringlichen Titel. „STILL BUBBLE“ weckt Neugier, regt zum Nachdenken an und wirft Fragen auf – und doch passt er genau zu dem, was ich ausstelle.

Welche Botschaft möchtest du den Besuchern mit dieser Ausstellung vermitteln?
Bei meinen Auftritten im Freien lieben es Kinder, die Seifenblasen zum Platzen zu bringen (und Erwachsene ebenso). Es ist vor allem ein Spiel. Ich mag diesen spielerischen Aspekt und liebe es zu sehen, wie die Augen der Menschen groß werden, wenn riesige Seifenblasen durch die Luft schweben. In solchen Momenten kommt die Vergänglichkeit der Seifenblase besonders zur Geltung. „STILL BUBBLE“ eröffnet einen neuen Blickwinkel auf die Seifenblase. Sie schenkt den Besucher:innen etwas, das in unserer heutigen Welt kostbar ist: Zeit. Ich wünsche mir, dass die Ausstellung den Menschen eine kleine Auszeit bietet – den Anblick von etwas Einfachem, aber sehr Schönem.
Welche Frage würdest du dem Publikum gerne stellen?
Werden sie Seifenblasen nach dieser Ausstellung mit anderen Augen sehen?
An welchem Projekt arbeitest du derzeit?
Ich habe mehrere Projekte in Arbeit. In der Ausstellung präsentiere ich zwei dynamische Schaum-Installationen; zudem möchte ich statische Schaumsäulen kreieren, die ihre Struktur zwar behalten, sich aber im Laufe des Tages allmählich auflösen. Für die nähere Zukunft plane ich außerdem eine Installation mit schwebenden Blasen.
Vielen Dank für dieses Interview und viel Erfolg mit den neuen Projekten.















