Das Protein-Puzzle: Wie wir Infektionserreger mit ihren eigenen Bausteinen schlagen.

Wie können harmlose Viren-Attrappen uns vor den Pandemien von morgen schützen?

Science Talk mit

Dr. Maren Schubert, Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, Braunschweig

WAS SIND EIGENTLICH „VIRUS-LIKE PARTICLES“?

Science Talk am 27. August 2026

Wie können wir gefährliche Viren effektiv bekämpfen, ohne uns selbst einem Infektionsrisiko auszusetzen? Die Antwort der modernen Biologie liegt in einem faszinierenden, technologischen Trick: Wir bauen die äußere Hülle von Viren im Labor detailgetreu nach, lassen das gefährliche Erbgut im Inneren jedoch einfach weg. Diese künstlichen Strukturen werden virusähnliche Partikel (Virus-like Particles, VLP) genannt. Sie imitieren die echten Erreger perfekt, sind aber absolut ungiftig und können niemanden anstecken. 

Beim nächsten Science Talk am 27. August im phaeno entschlüsselt die renommierte Biotechnologin Dr. Maren Schubert, wie diese winzigen Werkzeuge die Infektionsforschung der Zukunft revolutionieren.

DEM BIOLOGISCHEN RÄTSEL DER VIREN-ATTRAPPEN AUF DER SPUR.

Stell dir ein hochpräzises biologisches Puzzle vor: Wissenschaftler:innen nutzen spezielle biologische Baupläne (sog. Plasmide) in Insektenzellen, um die äußeren Eiweiß-Bausteine eines Virus kontrolliert zusammenzusetzen. 

Das Ergebnis ist eine perfekte, aber völlig leere “Viren-Attrappe”. Weil von diesen künstlichen Hüllen keinerlei Ansteckungsgefahr ausgeht, hebt die Technologie eine immense Barriere auf: Die Erreger lassen sich ganz ohne die strengen Auflagen und Einschränkungen von Hochsicherheitslaboren erforschen. Dadurch können neue Medikamente und Wirkstoffe im Eiltempo und in riesigen Mengen gleichzeitig auf ihre Wirksamkeit getestet werden.
 

EIN SMARTES ABWEHRSYSTEM FÜR UNSERE GESUNDHEIT.

Die Einsatzbereiche dieser sicheren Viren-Attrappen reichen weit über die reine Grundlagenforschung hinaus. Sie dienen bereits erfolgreich als Basis für moderne, zugelassene Impfstoffe (wie zum Schutz vor den krebserregenden HPV-Viren) und helfen dabei, die Ausbreitung von Infektionskrankheiten genau zu verfolgen.

Doch die Forschung geht noch weiter: Dr. Maren Schubert und ihr Team arbeiten daran, VLPs in smarte Transporter zu verwandeln. Durch präzise Anpassungen sollen sie Wirkstoffe zur gezielten Behandlung künftig direkt in infizierte Zellen transportieren. 

Das große Ziel hinter all diesen Fortschritten ist ein biologisches Frühwarn- und Abwehrsystem, das uns eine echte Widerstandskraft und Sicherheit gegen künftige Gesundheitskrisen bietet.

WISSENSCHAFT HAUTNAH ERLEBEN UND MITGESTALTEN.

Möchtest du tiefer in die Infektionsforschung von morgen eintauchen und verstehen, wie die Biotechnologie unseren weltweiten Gesundheitsschutz revolutioniert? Beim Science Talk im phaeno wird hochkomplexe Wissenschaft nicht abstrakt bleiben, sondern für dich verständlich und greifbar aufbereitet. 

Nutze die Chance, den Blick über den klassischen Vortragsrahmen hinaus zu weiten: Fragen aus dem Publikum sind ausdrücklich erwünscht und du kannst sie direkt an die Expertin richten oder dich bei einem ungezwungenen Austausch im Anschluss informieren. 

Der Science Talk ist eine Kooperation mit Volkswagen Group und wird hybrid in Präsenz und als YouTube-Livestream angeboten, um sie auch einem breiteren Publikum außerhalb der Region zugänglich zu machen.
 

Donnerstag, 27. August 2026

  • um 18:30 Uhr, Einlass 18:15 Uhr

  • im phaeno Wissenschaftstheater 
     

Der Eintritt ist frei. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich. 

 

Dr. Maren Schubert.

Dr. Maren Schubert (geb. Bleckmann) ist Biotechnologin aus Leidenschaft. Ihr Studium absolvierte sie an der Technischen Universität Braunschweig, gefolgt von ihrer Doktorarbeit am renommierten Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI). Schon damals spezialisierte sie sich darauf, biologische Bausteine im Labor künstlich nachzubauen. Sie erfand dabei ein völlig neues Verfahren mit Insektenzellen und entwickelte schnelle Labortests, um medizinische Wirkstoffe im Eiltempo zu prüfen.

Nach einer Station als Laborleiterin in Würzburg kehrte sie 2018 an die TU Braunschweig zurück. Als die Corona-Pandemie die Welt traf, forschte sie an vorderster Front: Sie war maßgeblich an der Entwicklung von wirksamen Corona-Medikamenten (speziellen Antikörpern wie COR101) beteiligt und legte den Grundstein für die Forschung an den leeren Viren-Attrappen.

Seit September 2025 leitet sie am HZI in Braunschweig die Forschungsgruppe „Virus-like-particle basierte Technologien“  innerhalb des sog. HUMAN-Projekts. Hier arbeitet sie mit ihrem Team täglich daran, diese künstlichen Viren-Hüllen als Schutzschild gegen die Gesundheitskrisen von morgen einzusetzen.