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Wellenwunder

Sich über Wellen wundern oder sie als geheimnisvolle Naturschönheit bestaunen

Wenn man am neuen Experimentiertisch der Ausstellung „Wellenwunder“ sitzt und selbst Versuche zu Wellen und Schwingungen ausprobiert, verlieren Begriffe wie Longitudinal- und Transversalwellen schnell ihre abstrakte Bedeutung. Plötzlich werden sie greifbar, lebensnah und betreffen uns im Alltag.

Mit Wellen experimentieren?

Die phaeno Mitarbeiter:innen trainieren gerade intensiv am neuen Experimentiertisch für die Gäste in der Ausstellung – und ich bin mittendrin. Am Tisch werden Slinkys ausprobiert, die sich wie Schlangen winden oder Druckstöße sanft weitergeben wie eine weiche Autofeder. Eigentlich sind Slinkys nichts anderes als formschöne Federn – und doch ermöglichen sie erstaunlich anschauliche Experimente zum Thema Wellen. Neben den Slinkys steht das altbekannte Dosentelefon, daneben eine etwas nostalgisch wirkende Holz-Resonator-Kiste als Verstärker fürs Handy.

Antrieb Neugier

Hier treffe ich die Kuratoren Dominik Essing und Davy Champion, die gemeinsam mit vielen Kolleg:innen die neuen Experimente testen. Schnell wird klar, was alle beim Ausprobieren antreibt: Es ist die Neugier. Die Versuche sind spielerisch, überraschend und oft einfach bezaubernd schön. Erst nach mehrmaligem Ausprobieren entstehen Fragen – und wer nicht selbst durch Ausprobieren auf die Antwort kommt, bekommt geduldig kleine Tipps, Tricks und Hinweise, die einen weitermachen lassen.

Wellenwunder - die Exponate

Nachdem ich dieses neue Angebot im phaeno ausgiebig durchgespielt habe, gehe ich gemeinsam mit Dominik in die Ausstellung „Wellenwunder“, in der viele große und auch sehr große Exponate zum Thema Wellen und Schwingungen stehen. Schon beim Betreten zieht mich ein tiefblaues Aquarium an, in dem mit etwas Einsatz Wellen entstehen, sich überschlagen und brechen. Wie genau diese Wellen entstehen, kann man selbst ausprobieren und dabei an den letzten Tag am Meer denken.

Akustische Schwingungen sichtbar machen

Doch es gibt noch viel mehr zu entdecken. Mitten im Raum steht ein Cello. Man kann die Saiten zupfen oder streichen – und mithilfe von Licht und Spiegeln werden ihre Schwingungen sichtbar gemacht. Beim Zupfen entsteht eine Sinuswelle mit runden Bergen und Tälern. Beim Streichen dagegen zeigt sich eine gezackte Linie, eine sogenannte Dreiecksschwingung. Einmal hört sich der Ton harmonisch an und einmal schnarrend, und das kann man auch in der Darstellung beobachten.

Faszination Pendelwelle

Besonders fasziniert uns die Pendelwelle: mal wirr durcheinander, mal in perfekter Harmonie. Über allen Wellenwundern schwebt eine große, orangefarbene Sinuswelle, die Besucher:innen schon von Weitem anzieht. Sie ist nicht nur ein Blickfang – sie lädt dazu ein, Fragen zu stellen: Was passiert mit der Welle, wenn ich die Frequenz am Drehrad verändere? Oder die Amplitude?

Nach dieser Entdeckungstour mit dem Kurator habe ich noch weitere Fragen. Also nutze ich die Gelegenheit für ein kurzes Interview mit Dominik.

INTERVIEW MIT UNSEREM KURATOR

Warum gibt es eigentlich eine eigene Ausstellung Wellenwunder?

Wenn man an Naturwissenschaften interessiert ist, kommt man an den Begriffen Wellen und Schwingungen nicht vorbei. Man findet sie, wenn Töne entstehen, meterhohe Wellen sich aufbauen, im rätselhaften Licht oder auch in alten Standuhren, wenn das Pendel schwingt.

Deswegen war es eine tolle Aufgabe, diese Ausstellung neu zu gestalten. Unser Alltag ist voll von Schwingungen und Wellen. Es gibt in dem Bereich viele Alltagsbezüge, und das macht neugierig darauf, vieles selbst auszuprobieren. 

 

Nenn mir bitte bei drei Exponaten ein Adjektiv, das das Exponat mit einem Begriff beschreibt und sag uns kurz, was dieses Exponat so besonders macht. 

 

Widersprüchlich (Sichtbare Schallwellen)

Dieses Exponat wirkt widersprüchlich: In der Röhre sieht man manchmal eine Flüssigkeit aufspritzen und gleichzeitig wird es laut in der Röhre. Bei bestimmten Tonhöhen gibt es Resonanzen und es werden überraschende Spritz-Strukturen in regelmäßigen sichtbar. Kaum auszuhaltende Töne und wunderschöne Effekte.

Entschleunigend (Strömungsmuster)

Entschleunigend wirken die Strömungsmuster, wenn man Gegenstände und Figuren in die Strömung setzt. Hier kann man ganz entspannt Boote in die langsame Strömung eintauchen. Sie werden umflossen und man kann verschiedenste Wirbel und Strömungsmuster beobachten. Diese zeigen einem wie gut das Boot durch das Wasser gleitet. Wer schlau ist, benutzt gleich dieses Wissen, um das eigene Segelboot, das man in der aktuellen Holzwerkstatt bauen kann, noch besser zu verstehen.

Unerwartet (Pendelwelle)

Unerwartet ist das Verhalten der Pendelwelle. Wie kann es nur sein, dass die Pendel einmal in perfekter Harmonie schwingen und dann wieder scheinbar im Chaos versinken? Die längeren Pendel schwingen andächtig langsam, die kurzen viel schneller. Wenn sie gleichzeitig losgelassen werden, gibt es nach einiger Zeit einen unerwarteten und kurzen Moment, in dem alle wieder im Gleichtakt schwingen. 

 

Vielen Dank, Dominik. Ich bin jedenfalls begeistert von dem neuen Ausstellungbereich. In den Sommerferien steht er im Mittelpunkt. Auch in unserem Online-Gewinnspiel dreht sich alles um die Ausstellung „Wellenwunder“.

INFO: Der Experimentiertisch und die Ausstellung „Wellenwunder“ sind im Tagesticket enthalten und bis zum 12. August täglich zu erleben. Der Experimentiertisch ist täglich zu bestimmten Zeiten geöffnet. Also nichts wie hin und über Wellenwunder staunen! Viel Spaß!

 

Autorin: Andrea Behrens