Quanten
Kugelmodell mit roten und weißen Kugeln, vor einer grünen Kurve im Hintergrund

Quantentechnologie­ zum Anfassen.

Quanten – winzig klein, aber mit riesigem Potenzial. Ob in der Medizin, der Kommunikation oder der IT – Quantentechnologien gehören zu den spannendsten Entwicklungen unserer Zeit. 

Im phaeno kannst du erleben, wie diese bahnbrechende Wissenschaft funktioniert – nicht nur theoretisch, sondern ganz praktisch und interaktiv!

Der phaeno-Quantenbereich ist Teil des regionalen Netzwerks Quantum Valley Lower Saxony. In diesem Cluster arbeiten Wissenschaft, Forschungseinrichtungen und Unternehmen gemeinsam daran, Quantentechnologien weiterzuentwickeln und in die Praxis zu bringen.

Quantum History Wall.

Wie ist die Quantenphysik eigentlich entstanden? Und wer oder was hat unser Bild vom Universum so grundlegend verändert?

Die Quantum History Wall – entwickelt von der Deutsche Physikalischen Gesellschaft – nimmt dich mit auf eine spannende Reise durch die Geschichte der Quantenphysik. Hier geht es nicht in erster Linie um einzelne Genies, sondern um die Ideen selbst: um Experimente, Messungen, Formeln, Diagramme und die Momente, in denen plötzlich alles anders gedacht wurde. Du entdeckst historische Instrumente, bahnbrechende Erkenntnisse und die entscheidenden Schritte, die unser heutiges Verständnis der Quantenwelt möglich gemacht haben.

Komm vorbei, tauche ein in die Geschichte der Quantenphysik und erlebe im interaktiven Quantenbereich, wie aktuell und faszinierend diese Wissenschaft bis heute ist.

Bildschirm mit einer Zeitleiste der Geschichte der Quantentechnologie

Innovation und Wissenschaft im phaeno fördern

Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unterstützt und fördert auch Projekte im phaeno. Durch seine Forschungsförderung trägt das Ministerium dazu bei, innovative Wissenschaftsangebote und zukunftsweisende Themen für Besucher:innen erlebbar zu machen.

Magnetfelder messen.

Wie macht man unsichtbare Magnetfelder sichtbar? Mit einem Diamanten. Genauer gesagt: mit einem ganz besonderen Defekt in seinem Kristallgitter.

In diesem neuen Quanten-Exponat erlebt ihr, wie sogenannte NV-Zentren (Nitrogen-Vacancy-Zentren) im Diamanten als hochpräzise Quantensensoren wirken. Trifft ein grüner Laser auf den Diamanten, beginnt er rot zu fluoreszieren. Wird zusätzlich Mikrowellenstrahlung eingestrahlt, verändert sich bei einer ganz bestimmten Frequenz die Helligkeit des roten Lichts minimal. Dieses Signal nennt sich Optisch Detektierte Magnetresonanz (ODMR).

Kommt ein Magnet in die Nähe, verschieben sich die Energieniveaus im NV-Zentrum. Die Frequenz, bei der das rote Leuchten schwächer wird, verändert sich – und genau aus dieser Verschiebung lässt sich die Stärke des Magnetfeldes bestimmen. 

Dieses physikalische Prinzip heißt Zeeman-Effekt: Ein Magnetfeld „trennt“ Energieniveaus auf – und wir können diese Aufspaltung sichtbar machen.

Eine technische Apparatur, auf der man einen grünen Kreis sieht und in der Mitte einen roten Punkt.

DiQuaMus-Projekt.

NV-Diamanten können nicht nur Magnetfelder messen, sondern reagieren auch auf Temperatur, elektrische Felder oder mechanische Spannung. Anwendungen reichen von Medizin und Geophysik über Materialforschung bis hin zum Quantencomputing.

Entstanden ist dieses Exponat im Rahmen der DiQuaMus-Kooperation mit der Universität Leipzig (Felix-Bloch-Institut für Festkörperphysik) und der Technischen Universität Carolo-Wilhelmina zu Braunschweig (Institut für Fachdidaktik der Naturwissenschaften).

Als Besucher:innen habt ihr bei diesem Exponat die Möglichkeit, selbstständig mit echter Quantentechnologie zu experimentieren: ihr könnt Magnetfelder messen und so live erleben, wie ein Quantensensor auf Basis von NV-Zentren funktioniert – interaktiv, greifbar und spielerisch vermittelt.

Eine Gruppen von Wissenschaftlern der Uni Leipzig arbeiten zusammen mit Mitarbeitern vom phaeno an einem Exponat.
Bei der Präsentation des Prototyps in Wolfsburg v.l.n.r.: Fedor Kolganov, Mokessh Kannah Ciwan und Prof. Dr. Nabeel Aslam von der Universität Leipzig sowie Olga Novgorodova und Dominik Essing vom Wissenschaftszentrum phaeno

Wissenschaftliche Kooperationen.

phaeno arbeitet eng mit renommierten Institutionen zusammen, um aktuelle Forschungsergebnisse im Bereich der Quantentechnologie im Science Center erlebbar zu machen:​

  • Technische Universität Braunschweig: Im Projekt „HolodeckQ“ wurden gemeinsam interaktive Exponate entwickelt, um Quantenphänomene verständlich zu vermitteln. Die TU Braunschweig ist im DiQuaMus-Projekt involviert und unterstützt phaeno bei Quantenworkshops für Schulklassen.
  • Universität Leipzig: Das Forschungsteam des Felix-Bloch-Instituts für Festkörperphysik entwickelte den Diamant-Magnetsensor im Rahmen des DiQuaMus-Projekts.
  • Physikalisch-Technischen Bundesanstalt (PTB): Dank innovativer Exponate und Mitmach-Stationen wie die mechanische Teilchenfalle und weitere Exponate in der Ausstellung wird Quantentechnologie erlebbar.
Wissenschaftler sitzt an einem laptop, das mit einer Art Stromkreis verbunden ist. 2 Männer und eine Frau zeigen sich interessiert an diesem Experiment.

Workshop: Diamanten als Magnetsensor

In diesem Sonderworkshop für Physik-Oberstufenkurse untersuchen die Schüler:innen NV-(Nitrogen-Vacancy)-Zentren und stoßen u.a. auf Fluoreszenz und den Zeeman-Effekt. 

Eine Zusammenarbeit mit der TU Braunschweig. 

Themen:Diamanten als Magnetsensor
Dauer: 90 Minuten
Zeitraum:bis Januar 2027, Freitags 9:30 Uhr oder 10:00 Uhr
Klasse:11 - 13
Kosten:3 € pro Person zzgl. Tagesticket, 10 - 15 Personen

 

Mehr zum Workshop

Der Mann auf dem Foto ist Tim Overwin ist Doktorand an der Technischen Universität Braunschweig. Er bildet dort angehende Physiklehrkräfte aus und führt im Raum Braunschweig und Wolfsburg MasterClass Workshops durch.

Supraleiter.

Keramik, die schwebt? Was nach Zauberei klingt, ist reine Physik. In diesem Exponat begegnet ihr einem ganz besonderen Material: Yttrium-Barium-Kupferoxid – ein Hochtemperatur-Supraleiter.

Wird dieses Material stark genug gekühlt, verliert es seinen elektrischen Widerstand vollständig. Noch faszinierender: Es verdrängt Magnetfelder aus seinem Inneren. Dieses Phänomen – der sogenannte Meißner-Effekt – sorgt dafür, dass ein Magnet über dem Material stabil schweben kann. Der Supraleiter „friert“ das Magnetfeld gewissermaßen ein und hält den Magneten in einer festen Position im Raum.

So wird sichtbar, was Quantenphysik im Alltag bedeuten kann: perfekte Leitfähigkeit und magnetische Levitation – eine Schlüsselidee für zukünftige Technologien wie verlustfreie Stromleitungen oder Magnetschwebebahnen.

An den Wochenenden und in den Ferien zeigen wir in einer Live-Vorführung, was es mit diesem schwebenden Material auf sich hat. Vorbeikommen, staunen – und Physik in Aktion erleben.

Kunst und Quanten?

Quantum Jungle von Robin Baumgarten.

Quantum Jungle.

Berühre sanft die Federn an der Wand, um ein virtuelles Quantenteilchen zu erzeugen. Lass die Federn los, und die Quantensimulation beginnt: Eine bunte, sich ausdehnende „Wolke“ zeigt die möglichen Bewegungen des Teilchens – je heller ein LED-Ring leuchtet, desto wahrscheinlicher befindet sich das Teilchen an dieser Stelle. Dieses Phänomen nennt man Superposition: ein Teilchen kann gleichzeitig an mehreren Orten existieren.

Mit einer Berührung „misst“ du, wo sich das Teilchen tatsächlich befindet, und die Wolke verwandelt sich in seine endgültige Position. Nach kurzer Zeit kannst du wieder neu beginnen und die Simulation erneut erleben.

Die Bewegung des Quantenteilchens wird dabei aus der Schrödingergleichung berechnet – der zentralen Formel der Quantenmechanik. Tausende LEDs und berührungsempfindliche Metallfedern verwandeln abstrakte Quantenkonzepte in ein faszinierendes visuelles Erlebnis, das Wissenschaft und Kunst verbindet.

Drehender Sattel.

Kannst du eine Kugel auf einer Fläche balancieren, auf der sie eigentlich gar nicht liegen bleiben kann? Genau das probierst du an diesem Exponat aus.

Starte den drehenden Sattel und lege eine Kugel in die Mitte der gekrümmten Fläche. Beobachte, was passiert: Ohne Drehung rollt die Kugel sofort herunter. Doch wenn sich der Sattel dreht, verändert sich die Situation. Verstelle die Drehgeschwindigkeit und finde heraus, bei welcher Umdrehungszahl die Kugel in der Mitte bleibt.

Die Oberfläche des Sattels ist in zwei Richtungen unterschiedlich gekrümmt – ähnlich wie bei einem Kartoffelchip. Dadurch ist die Mitte eigentlich kein stabiler Ort für die Kugel. Erst durch die Drehbewegung entsteht ein besonderer Effekt: Die Kugel beginnt leicht um den Mittelpunkt zu wackeln und kann dort gehalten werden. Physiker nennen diesen Zustand ein metastabiles Gleichgewicht.

Dieses Experiment zeigt anschaulich ein Prinzip, das auch in der modernen Forschung genutzt wird. In sogenannten Ionenfallen werden elektrisch geladene Teilchen mithilfe schnell wechselnder elektrischer Felder festgehalten. Die Felder ziehen und stoßen die Teilchen ab – ähnlich wie die Bewegung des Sattels die Kugel stabilisiert.

Solche Ionenfallen sind wichtige Werkzeuge in der Wissenschaft. Sie werden zum Beispiel in Atomuhren eingesetzt oder spielen eine Rolle bei der Entwicklung von Quantencomputern.

Bei dem Exponat Drehender Sattel siht man eine Kugel auf einem MEtall Untergrund, der die Form eines Sattels hat.

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