Wellenwunder

Wenn Bewegung ­sichtbar wird

Wellen sind überall: im Meer, in der Musik, in Pendeln und Schwingungen. In Wellenwunder im phaeno können Besucher:innen diese allgegenwärtigen Phänomene selbst beobachten, ausprobieren und experimentell erforschen – spielerisch, sinnlich und überraschend.

Wellen – ein Grundprinzip der Natur.

Im phaeno wird das Phänomen Wellen in vielfältiger Form erfahrbar gemacht. Im Zentrum steht ein etwa zwei Meter breites, geneigtes „Aquarium“ mit dem Namen Wellenbeweung und der riesige Wellentank. Werden diese beiden Exponate in Bewegung gesetzt, entstehen unterschiedliche Wellen.

Doch Wellen sind weit mehr als Wasserbewegungen. Sie begegnen uns in der Musik als Schwingungen von Saiten, in mechanischen Systemen wie Pendeln oder in schwingenden Stäben, die komplexe Muster erzeugen. Diese Bewegungen faszinieren nicht nur durch ihre Rhythmik und Schönheit, sondern werfen auch grundlegende Fragen auf:

  • Wann und warum bricht eine Welle?
  • Wie können sich Wellen verstärken oder gegenseitig auslöschen?
  • Welche Rolle spielen Länge, Masse und Zeit bei Schwingungen?
  • Wie lassen sich Töne sichtbar machen?

Im Wellenwunder werden diese Fragen nicht nur erklärt, sondern unmittelbar erfahrbar. Durch eigenes Beobachten und Experimentieren entsteht ein tieferes Verständnis – von der Dynamik des Meeres bis zu den Schwingungen der Musik.

 

Eine Welle aus blauem Wasser.

Wellenbewegung.

In diesem geneigten, etwa zwei Meter breiten Tank lassen sich Wellen ganz genau beobachten. Am Boden befindet sich blau gefärbtes Wasser. Darüber liegt eine farblose Flüssigkeit namens Heptan. Sie ist leichter als Wasser und schwimmt deshalb oben. Die beiden Flüssigkeiten vermischen sich nicht, sondern bilden eine klare Grenzfläche.

Wird das Exponat auf- und abbewegt, fließt das Wasser zum tiefer gelegenen Ende. An der Kontaktfläche zwischen Wasser und Heptan entsteht Reibung. Genau dort bilden sich Wellen, Wirbel und bewegte Muster – ähnlich wie bei Wind und Strömung auf dem Meer.

Die entstehenden Wellen sind nicht nur ein spannendes physikalisches Phänomen, sondern auch ein kleines bewegtes Kunstwerk. Je nachdem, wie stark und wie schnell der Tank bewegt wird, verändern sich Form, Höhe und Rhythmus der Wellen. Manchmal brechen sie, manchmal überlagern sie sich und bilden immer neue Muster.

So wird sichtbar, wie Energie durch Flüssigkeiten weitergegeben wird – und wie schon kleine Bewegungen große Wellen auslösen können. Das Exponat lädt dazu ein, genau hinzuschauen, zu vergleichen und spielerisch zu entdecken, wie Wellen entstehen und sich verändern.

Schlaumeierwissen:

  • Heptan gehört zu den Alkanen, einer Gruppe von Kohlenwasserstoffen
  • Wo sonst gibt es Heptan?
    • In der Chemie als Lösungsmittel oder Modellstoff für Experimente
    • In Kraftstoffen, z. B. in Benzin, um Verbrennungseigenschaften zu testen
    • In Laboren und der Forschung, um Strömungen, Verdunstung oder Energieübertragung sichtbar zu machen

👉 Viele Forscher:innen nutzen Heptan, weil man damit unsichtbare Naturgesetze auf spielerische Weise sichtbar machen kann – genau wie bei uns im phaeno.

 

Große Sinus-Welle

Wie bewegen sich die orangefarbenen Flügel unter der Decke? An diesem Exponat hast du es selbst in der Hand: Steuere mit den Drehknöpfen die Drehzahl und die Amplitude und beobachte, wie sich die Bewegung verändert.

Vor dir dreht sich ein orangefarbener Kreis gleichmäßig im Kreis. Von ihm führen Seile über Umlenkrollen zu den 24 Flügeln unter der Decke. Folge den Seilen mit den Augen: Welches steuert welchen Flügel? Durch die Kreisbewegung werden die Seile nacheinander länger und kürzer – und genau dadurch entsteht entlang der Flügelenden eine faszinierende Wellenbewegung.

Je größer die eingestellte Amplitude, desto stärker schwingen die Flügel. 

Was du hier siehst, ist eine Sinuswelle: eine Grundform der Physik, mit der periodische Vorgänge wie Schwingungen und Wellen beschrieben werden – von Schall über Licht bis hin zu Wasserwellen.

Experimentiere, verändere die Einstellungen und entdecke, wie aus gleichförmiger Bewegung eine sichtbare Welle entsteht.

Flow - Frieder Weiss.

Dieses Exponat reagiert direkt auf deine Bewegung. Sobald du dich durch den Raum bewegst, beschleunigst du unsichtbare Partikel, die deinen Weg nachzeichnen. Auf dem Boden entsteht so der Eindruck einer aufgewühlten Wasseroberfläche.

Langsame Bewegungen erzeugen ruhige, gleichmäßige Strömungen. Bewegst du dich schneller oder drehst dich auf der Stelle, werden Wirbel und turbulente Muster sichtbar – fast wie Strudel im Wasser. Besonders eindrucksvoll wird der Effekt, wenn du deine Arme ausstreckst und dich drehst: Deine Bewegung formt die Strömung.

FLOW macht erfahrbar, wie eng Bewegung, Raum und Strömung miteinander verbunden sind – und wie sichtbar Physik werden kann, wenn du selbst Teil des Experiments wirst.

Zum Künstler: Frieder Weiss ist Medienkünstler und Physiker. In seinen Arbeiten verbindet er wissenschaftliche Prinzipien mit interaktiver Kunst. Bewegung, Licht und digitale Simulationen spielen dabei eine zentrale Rolle. Seine Installationen reagieren auf eure Bewegungen und machen komplexe physikalische Prozesse unmittelbar erlebbar. Die Werke von Frieder Weiss werden international in Museen, Ausstellungen und Wissenschaftszentren gezeigt.

 

Die Lassoschleuder: Wellenreiten in der Luft.

Ein Seil, das sich wie ein starrer Körper anfühlt, aber fliegt wie ein Vogel: Die Lassoschleuder zeigt dir, wie Dynamik und Fliehkräfte die Schwerkraft austricksen können.

  • Werde zum Lasso-Profi: Drehe am Kugelknopf, um den Auswurfwinkel des Seils zu verändern. Wie verändert sich die Form?
  • Der Stresstest: Nimm den Holzstab zur Hand. Schaffst du es, die Richtung des fliegenden Seils zu beeinflussen?
  • Vorsicht, Berührung: Wenn du das rotierende Seil vorsichtig berührst, wirst du überrascht sein – es fühlt sich fast wie ein fester, starrer Gegenstand an!

Was passiert hier physikalisch?

Warum fällt das Seil nicht einfach schlaff zu Boden? Hier herrscht ein Tauziehen der Kräfte:

  • Die Beschleunigung: Der Motor katapultiert das Seil mit hoher Energie nach vorn.
  • Die Trägheit: Eigentlich möchte das Seil durch seine Rotation eine perfekte Kreisbahn beschreiben (so wie es das im Weltall ohne Schwerkraft tun würde).
  • Die Schwerkraft: Die Erde zieht das Seil nach unten. Das Ergebnis dieses Kräftemessens ist eine Parabelbahn – die klassische Kurve, die jeder geworfene Ball beschreibt.

Schon gewusst? Dass sich ein eigentlich weiches Seil bei hoher Geschwindigkeit starr anfühlt, liegt an der enormen Zentrifugalkraft. Sie stabilisiert das Lasso so stark, dass es seine Form gegen äußere Widerstände verteidigt.

Musikalische Wellen sichtbar machen.

Mit einem echten Bogen werden Cello-Saiten gestrichen oder gezupft. Auf einem Projektionsschirm wird die Bewegung der Saite als wellenförmige Linie sichtbar. Abhängig von Spielweise, Spannung und Intensität entstehen verschiedenartige Wellenformen – mal harmonisch sinusförmig, mal kantig und sägezahnartig.

Klang und Bewegung verbinden

Hier könnt ihr direkt beobachten, wie aus einer physikalischen Schwingung ein Ton entsteht. Die Installation vermittelt spielerisch den Zusammenhang zwischen Klang, Frequenz, Amplitude und Wellenform und macht abstrakte physikalische Prinzipien unmittelbar erfahrbar.

Das Rätsel der stillstehenden Feder: Stehende Wellen

Hast du schon mal eine Welle gesehen, die sich bewegt, ohne von der Stelle zu kommen? An diesem Exponat kannst du genau dieses faszinierende Phänomen beobachten. Ein Motor bringt das Ende einer langen Feder in Schwingung – doch was dann passiert, scheint physikalische Magie zu sein.

Probier es aus!

Verändere die Geschwindigkeit des Motors und beobachte die Feder genau:

  • Einstellung 740: Suche den Punkt, an dem die Feder völlig ruhig zu sein scheint. Obwohl der Motor rüttelt, gibt es eine Stelle, die sich gar nicht bewegt.
  • Einstellung 980: Jetzt wird es wilder! Du kannst nun zwei Stellen sehen (und vorsichtig fühlen), an denen die Feder stillsteht. Zwischen diesen „Ruhepolen“ vibriert die Feder dafür umso stärker.

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