Blick auf den Bereich "Sichtweisen" mit Publikum, die verschiedene Exponate entdecken.

Große Anamorphose – Der schräge Raum

Optische Täuschung, Perspektivwechsel und Wahrnehmung zum Erleben.

 

Wenn Sehen trügt – und Staunen beginnt

Die Große Anamorphose ist ein neues interaktives Exponat im phaeno, das eindrucksvoll zeigt, wie leicht sich unsere Wahrnehmung täuschen lässt. Was von außen wie ein verzerrtes Muster wirkt, entfaltet aus der richtigen Perspektive plötzlich eine klare Form: ein gestreifter Kreis. 

Willkommen in der Welt der Anamorphose – einer besonderen Technik der Bildumformung.

Die Ausstellung "Sichtweisen" mit dem Exponat, dem schrägen Raum, der von Außen eine Anamorphose darstellt

Was ist eine Anamorphose?

Der Begriff Anamorphose stammt aus dem Altgriechischen (anamorphosis = Umformung). Gemeint sind Darstellungen, die nur aus einer bestimmten Perspektive unverzerrt zu erkennen sind. Unser Gehirn setzt das Bild erst dann „richtig“ zusammen, wenn Blickwinkel und Standpunkt stimmen.

Bekannte Beispiele dafür finden sich in der Kunstgeschichte, etwa im Gemälde „Die Gesandten“ von Hans Holbein dem Jüngeren. Der dort dargestellte Totenkopf ist nur aus einem schrägen Blickwinkel klar sichtbar. Auch zeitgenössische Künstler wie Felice Varini nutzen ganze Gebäude, um monumentale Anamorphosen entstehen zu lassen.

Man sieht einen schrägen Raum im Ausstellungsbereich im phaeno. Dieser Raum ist in einem Bordeausrot und weis gestrichen, dieses Muster findet sich auch auf dem Fußboden und der dahinterliegenden Wand.

Der schräge Raum – wenn die Sinne widersprechen.

Im Inneren der Großen Anamorphose wartet ein Erlebnis, das dich körperlich herausfordert: der schräge Raum. Obwohl Wände, Boden und Decke scheinbar rechtwinklig zueinander stehen, ist der Raum geneigt –

  • 5° entlang der Längsachse
  • 20° entlang der Querachse

Die Folgen sind verblüffend:

  • Eine Kugel rollt scheinbar bergauf
  • Ein Wasserstrahl fällt schräg
  • Dein Gleichgewicht gerät ins Wanken
Mehrere Kinder sind in einem schiefen Raum.

Sehen vs. Fühlen – ein Konflikt im Gehirn.

Unsere visuelle Wahrnehmung dominiert meist alle anderen Sinne. Im schrägen Raum sagen deine Augen: „Alles normal.“ Doch dein Gleichgewichtssinn und der Druck auf deine Füße melden etwas anderes. Diese widersprüchlichen Informationen bringen dein Gehirn durcheinander – Schwindel kann entstehen.

Ein Bildschirm im Raum zeigt dir zusätzlich ein Livebild von außen, so als wäre der Raum gar nicht geneigt. Ein perfektes Beispiel dafür, wie sehr wir dem vertrauen, was wir sehen.

Blick auf den Bereich "Sichtweisen" mit Publikum, die verschiedene Exponate entdecken.

Lernen durch Erleben.

Der schräge Raum macht deutlich: Unsere Wahrnehmung ist keine objektive Abbildung der Realität – sie ist eine Interpretation. Gleichzeitig zeigt das Exponat, wie anpassungsfähig unser Gehirn ist. Nach einiger Zeit lernen die Sinne, mit der ungewöhnlichen Situation umzugehen.

Ein Erlebnis für alle Altersgruppen

Die Große Anamorphose verbindet Kunst, Physik, Wahrnehmungspsychologie und Bewegung. Sie lädt zum Ausprobieren, Diskutieren und Staunen ein – ideal für Familien, Schulklassen und alle, die ihre Perspektive wechseln wollen.

Tritt ein, finde den richtigen Standpunkt – und erlebe, wie relativ Wirklichkeit sein kann.

Ein Ausschnitt vom schiefen Raum von außen. Der Raum ist rot-weiß gestreift. Das gestreifte Muster spiegelt sich in einem Exponat, das vor dem schiefen Raum platziert ist.
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phaenoBricks 27. Februar 26 — 01. März 26
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